{"id":1003948,"date":"2024-06-25T17:16:34","date_gmt":"2024-06-25T15:16:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.turismopadova.it\/luogo\/villa-molin-2\/"},"modified":"2026-10-30T01:51:26","modified_gmt":"2026-10-30T00:51:26","slug":"villa-molin","status":"publish","type":"luogo","link":"https:\/\/www.turismopadova.it\/de\/orte\/villa-molin\/","title":{"rendered":"Villa Molin"},"content":{"rendered":"<p>Die 1597 von Vincenzo Scamozzi f\u00fcr den Botschafter der Serenissima, Nicol\u00f2 Molin, entworfene Villa ist eines der bedeutendsten Geb\u00e4ude in Padua. Im Inneren befindet sich eine kostbare Schatzkammer mit <b>Kunstwerken <\/b>aus vier Jahrhunderten. Jetzt kann sie endlich besichtigt werden, und zwar im Rahmen von F\u00fchrungen, die von einem kunsthistorisch versierten Architekten geleitet werden, der \u00fcber die architektonischen und k\u00fcnstlerischen Besonderheiten und die faszinierenden Geschichten der Familien, die dort lebten, berichtet. <\/p>\n<p>Die Villa steht auch f\u00fcr Veranstaltungen und Feierlichkeiten zur Verf\u00fcgung. \u201eDer ber\u00fchmte Herr Niccol\u00f2 Molino Cavaliere baute nach diesen Entw\u00fcrfen an einem Ort, der als la Mandria bekannt ist&#8230; wo der Komfort und das Vergn\u00fcgen der Villa vereint sind&#8230;. Das Aussehen des Geb\u00e4udes blickt in Richtung Sirocco: die Hauptstra\u00dfe f\u00fchrt davor vorbei und der Bacchiglione, ein sehr schiffbarer Fluss, flie\u00dft\u201d. So beschreibt Vincenzo Scamozzi in seinem Traktat die Villa Molin und so ist es uns seit 1597 \u00fcberliefert. Sie spiegelt sich majest\u00e4tisch und elegant wie der Originalentwurf im Wasser des <b>Battaglia Kanals<\/b>. <\/p>\n<p><b>Der Auftraggeber: Nicol\u00f2 Molin <\/b><\/p>\n<p>Die Villa wurde 1597 von Nicol\u00f2 Molin, Savio di Terraferma, Botschafter der Serenissima im Gro\u00dfherzogtum Toskana und am englischen Hof und Ehemann der Tochter des Dogen Alvise Grimani, errichtet. Die Familie Molin schenkte der Republik Venedig viele illustre M\u00e4nner, weise und tapfere Politiker und K\u00e4mpfer sowie tugendhafte Pr\u00e4laten. Die venezianischen Patrizier konkurrierten beim Bau pr\u00e4chtiger Residenzen miteinander. Als Nicol\u00f2 beschloss, eine<b> Landvilla <\/b>zu bauen, um seiner Familie zu huldigen, zog er den bedeutendsten Architekten seiner Zeit in Venedig hinzu: Vincenzo Scamozzi, damals offizieller Architekt der Republik Venedig und Autor der Procuratie Nuove auf dem Markusplatz und Fortf\u00fchrer einiger Entw\u00fcrfe von Palladio. <\/p>\n<p><b>Der Entwerfer: Vincenzo Scamozzi<\/b> <\/p>\n<p>Scamozzi, der Erbauer der Villa Molin, ist der letzte der gro\u00dfen <b>Renaissance-Architekten<\/b>, der zwischen der triumphalen Tradition der Generation von Palladio und der neuen Welt von Galileo Galilei steht. Er suchte seine eigene Dimension in einer Vision der Architektur als rationale Praxis, die auf funktionale Aspekte, auf die Sparsamkeit der Mittel, aber auch auf eine neue Beziehung zur Landschaft achtet und schuf Meisterwerke wie die Rocca Pisana in Lonigo, das Theater in Sabbioneta, die Procuratie Nuove auf dem Markusplatz in Venedig. Wittkower nennt ihn den \u201egeistigen Vater des <b>Neoklassizismus<\/b>\u201d. Als Sohn eines wohlhabenden Bauunternehmers aus Vicenza genoss Scamozzi eine sehr breit gef\u00e4cherte Ausbildung. Er studierte Architektur anhand der Texte von Sebastiano Serlio, vertiefte sein Studium der antiken Bauwerke durch h\u00e4ufige Reisen nach Rom und erwarb ein Wissen, das weit \u00fcber die Grenzen der mit der Architektur verbundenen Disziplinen in den verschiedensten Bereichen hinausging, von den lateinischen und griechischen Klassikern bis zu den popul\u00e4rsten Werken der modernen Popul\u00e4rwissenschaft. <\/p>\n<p><b>Die Villa<\/b> <\/p>\n<p>Im Laufe der Jahrhunderte residierten alle wichtigen Adelsfamilien Paduas durch Heirat und Eigentums\u00fcbertragung in der Villa. Nach den Molin ging die Villa an die <b>Capodilista<\/b> \u00fcber, und als dieser Zweig der Familie ausstarb, ging sie 1672 an die <b>Conti<\/b> \u00fcber. Sie sind f\u00fcr die Fresken in der zentralen Halle verantwortlich, wovon die Wappenschilder im Gew\u00f6lbe der Halle zeugen. <\/p>\n<p>Im Jahr 1748 empfing man den Bischof von Padua, Carlo Rezzonico, der sp\u00e4ter <b>Papst Clemens XIII.<\/b> wurde. Im Jahr 1772 kaufte die Familie Capodilista die Villa zur\u00fcck und schuf die pr\u00e4chtigen Stuckarbeiten in den R\u00e4umen des ersten Stocks. Der rote Hirsch, das Symbol der Capodilista, findet sich an den T\u00fcren des Erdgeschosses und in anderen dekorativen Elementen wie den Wappenschilden in den Ecken des Gew\u00f6lbes des Saales wieder, die von den Ehen zwischen den Capodilista und anderen Adelsfamilien erz\u00e4hlen. <\/p>\n<p>Durch Eigentums\u00fcbertragungen und Eheschlie\u00dfungen ging sie in den Besitz der Familie <b>Dondi Orologio<\/b> \u00fcber. Im Jahr 1918 fanden hier mehrere Treffen statt, die zum Waffenstillstand f\u00fchrten, der am 3. November in der nahe gelegenen Villa Giusti unterzeichnet wurde. Im Jahr 1955 erwarb der Industrielle Igino Kofler die Villa und f\u00fchrte umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch, die der Villa zu ihrem fr\u00fcheren Glanz verhalfen. Bei der <b>Restaurierung <\/b>durch Kofler wurden die urspr\u00fcnglichen Fresken wiederhergestellt und einige Dekorationen aus dem 19. Jahrhundert entfernt, die mit der Struktur und der urspr\u00fcnglichen Vision der Villa nicht vereinbar waren. <\/p>\n<p>Die geschickte und fachkundige Hand des Planers Vincenzo Scamozzi hat klare, elegante R\u00e4ume und einen Grundriss von au\u00dfergew\u00f6hnlicher geometrischer Koh\u00e4renz entworfen, der auf dem Quadrat basiert, das sowohl die Form der Villa als auch die zentrale Halle bestimmt. Das Erdgeschoss ist in Eckzimmer unterteilt, die sich um den zentralen Raum mit einem gekonnt abgesenkten Gew\u00f6lbe gruppieren. <\/p>\n<p>Die <b>monumentale Treppe <\/b>f\u00fchrt in das Obergeschoss, wo sich die Pracht des Saals mit dreifacher H\u00f6he entfaltet, der vollst\u00e4ndig mit Fresken ausgemalt ist, mit Apsiden, die verschiedene Ansichten der vier Himmelsrichtungen einrahmen, und stuckverzierte Nischenr\u00e4ume aufweist. In der zentralen Halle bedecken perspektivisch gemalte virtuelle Architekturen die gesamten W\u00e4nde und das Gew\u00f6lbe und bilden ein grandioses Ensemble, das an die <b>r\u00f6mischen Thermen <\/b>erinnert, die Scamozzi in seiner Jugend studierte. <\/p>\n<p>Die Polychromie unterstreicht die Vielfalt und die Illusion der Tiefe der R\u00e4ume. Nischen und ovale Kameen in violetter Monochromie umschlie\u00dfen und \u00fcberragen die vier zentralen T\u00fcren. Hier werden Episoden aus dem Leben von Aeneas, dem tapfersten Trojaner nach Hektor, erz\u00e4hlt. \u00dcber den acht Eckt\u00fcren betonen Scheinkassetten und Blumenvasen die perspektivische Dimension des gesamten quadratischen Grundrisses. <\/p>\n<p>Das Gew\u00f6lbe erhebt sich \u00fcber einem geradlinigen, bemalten Gesims; in den Ecken begrenzen korinthische S\u00e4ulen aus rotem Marmor acht tiefe Loggien, aus denen Musiker, Damen und Ritter herausschauen. An den vier Ecken befinden sich die Wappen der Familien Capodilista und Conti. Auf den vier Segeln sind vier Putten vor einem blauen Himmel abgebildet, die die Jahreszeiten darstellen, ein Zeichen f\u00fcr das Vergehen der Zeit und ein h\u00e4ufig anzutreffendes Thema in den Villen. Die mittlere Tafel erz\u00e4hlt den Mythos, wonach Eos sich in den trojanischen Helden Tithonos verliebte, aber verga\u00df, f\u00fcr ihn um die ewige Jugend zu bitten. Am Ende hatte er nur mehr seine Stimme und wurde in eine Zikade verwandelt. <\/p>\n<p>Einen originellen Kontrast bilden die hellen und zarten <b>Stuckarbeiten<\/b>, die Ende des 18. Jahrhunderts von der Familie Capodilista ausgef\u00fchrt wurden und die R\u00e4ume und Salons mit Voluten, Ranken und Kameen verzieren. Glasl\u00fcster und antike M\u00f6bel vervollst\u00e4ndigen die Einrichtung und verleihen allen R\u00e4umen einen lebendigen und gem\u00fctlichen Charakter. Der elegante ionische Vorbau erhebt sich majest\u00e4tisch \u00fcber die Stra\u00dfe und spiegelt sich im Battaglia-Kanal. Am Giebel befindet sich das steinerne Wappen der Familie Molin, auf dem ein M\u00fchlrad abgebildet ist. <\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglichen diagonalen Kapitelle, mit denen die S\u00e4ulen geschm\u00fcckt sind, werden als \u201eScamozzianische Kapitelle\u201d bezeichnet und sind vom Saturntempel in Rom inspiriert, den Scamozzi auf seinen Studienreisen besucht hatte, auf denen er klassische Werke studierte und neu gestaltete. Die <b>Loggia<\/b> erscheint wie eine offene Halle, und wenn man die zwischen den S\u00e4ulen eingef\u00fcgten Balustraden und die Verwendung ionischer Kapitelle mit diagonalen Voluten in Betracht zieht, scheint es nicht abwegig, den Vorbau als eine Fassade zu betrachten, die einen eingeschr\u00e4nkten Einblick bedingt und sich den Blicken der Passanten auf der Stra\u00dfe und dem Kanal wie auf einer Hauptstra\u00dfe anbietet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine wundersch\u00f6ne Villa aus dem 16. 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